Terror

Gestern hatte ich eine recht kurze Diskussion über das Vorgehen Israels gegenüber dem Gaza-Streifen. Meine Diskussionsgegner kannte ich nicht und das hat die Sache etwas interessanter gemacht. Die Argumentation dieser Herren war so:

Palestina schafft es nicht die Raketenangriffe auf Israel von Gaza aus zu beenden, also das Terrorproblem zu lösen. Israel verlangt natürlich mehr und mehr dannach, da sie sich nicht mit Raketen beschießen lassen wollen. Folglich ist der Einmarsch Isreals nach Gaza völlig korrekt und zwar um das Terrorproblem selber zu lösen, da man keine Lust mehr hat sich von Raketen beschießen zu lassen.

Soweit so gut, bis dahin kann ich persönlich den Gedankengang ja wohl nachvollziehen. Was aber keiner dieser Herren bedacht hat ist, dass wir eines mit Sicherheit wissen: Gewalt löst kein Terrorproblem. Ganz im Gegenteil, Gewalt schürt Terror. Selbst würde Israel Gaza komplett plattmachen, werden die Raketenangriffe sicher nicht aufhören, wenn nicht sogar mehr werden.

Die Tatsache dass man gerade keine bessere Idee hat wie man eines Problemes Herr wird, bedeutet nicht dass man zwangsweise eine Idee durchführen muss von der man schon genau weiss, dass sie nicht funktioniert.

Leider hab’ ich selber auch keinen besseren Vorschlag. Aber wenn es mal eine Lösung gibt wird sie vermutlich etwas zu tun haben mit Verständnis, Geduld und Vergebung.

Januar 1st, 2009

Freiheit

Freiheit ist ein witziges Ding. Freiheit ist nämlich nicht das, was wir alle darunter verstehen, oh nein. Freiheit ist ein komplexes konstrukt, welches durch Ideen bestimmt wird. Wir wissen es alle: Die Freiheit des einen hört dort auf, wo die Freiheit des anderen beginnt.
Also: Freiheit muss offensichtlich eine Wabenstruktur haben. Und die Menschen die über unsere Freiheit bestimmen, die Madatare, haben in Wirklichkeit nur eine Aufgabe: Die Waben gleich groß halten.

Lasst uns alle einen Augenblick innehalten und uns diesen Umstand auf der Zunge zergehen.

Haltete die Waben gleich groß, denn wir sind alle gleich.

Das musste mal raus.

März 10th, 2008

Die Geschichte des Wassers

In diesem Beitrag, möchte ich auf die Geschichte der Substanz “Wasser” und ihre Verbreitung hier in Europa genauer eingehen. Nur sehr wenige Menschen wissen nämlich, dass die Einführung des Wassers als Getränk, den ersten Akt des bis jetzt bestehenden und immer stärker Einfluss findenden Amerikanismus darstellt.
Wie wir alle wissen, wurde bis ins Ende des Mittelalters, welches zur Zeit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492 stattfand, in Europa vorwiegend Wein und Bier getrunken. Dies geschah nicht etwa durch übertriebenen Alkoholismus, sondern aus Sicherheitsgründen. Die meisten anderen Flüssigkeiten waren möglicherweise giftig, macht man aber aus Trauben Wein oder aus Getreide Bier, so werden die unter Umständen tödlichen Keime während des Herstellungsprozesses getötet. Um zu verhindern, dass sämtliche Menschen permanent betrunken sind, reduzierte man den Anteil an Alkohol in besagten Produkten. Zu dieser Zeit, hatte noch niemand die Idee von trinkbarem Wasser.
Wasser war sehr wohl bekannt, aus Flüssen und natürlich auch dem Meer, jedoch war es als Lebensmittel nicht weiter wichtig. Die Menschen merkten schnell, dass das trinken von Wasser, insbesondere Meerwasser, zumeist tödlich endete. Außerdem musste das Wasser ja auch von irgendwo kommen, und das war sehr weit weg. Man wusste also nicht was das Wasser unterwegs bereits erlebt hatte oder wer darin badete. Tatsächlich war es so, dass alles Wasser aus Amerika kam.
Als Christoph Kolumbus von seiner großen Überfahrt zurück kam, brachte er nicht nur, wie landläufig angenommen, die Kartoffel mit, sondern auch die Wasserpflanze, besser bekannt unter ihrem botanischem Namen “Aqua Flora”. Es handelt sich dabei um eine blumenartige Pflanze aus einem Stiel, welcher oben gebogen ist um daran eine hellblau klitzernde, sackähnliche Frucht zu tragen. Außerdem ragen aus ihren starken Wurzeln auch zwei Hasenohren ähnelnde, jedoch glatte und leicht geknickte Blätter hervor. Die Frucht füllt sich im Laufe des Lebens der Aqua Flora mit Wasser. Wenn der Sack reif ist, so wird er von einem neuen Trieb aus dem Pflanzenstiel gedrückt, fällt zu Boden, zerplatzt und setzt dabei das Wasser frei, welches von dort aus abrinnt.
Die Aqua Flora wurde damals von den so genannten Indianern, eine fälschliche Namensgebung aufgrund des Irrtums Kolumbus’ er sei nach Indien gesegelt, als Geschenk an die spanischen, euphemistisch: Forscher, in Wahrheit jedoch Eroberer gereicht. Kolumbus merkte sofort, dass das aus der Aqua Flora gewonnene Getränk optimal für Körper und Geist sei. Es hatte den Vorteil, dass tatsächlich überhaupt kein Alkohol bei der Gewinnung entstand. Selbst an Tagen großer Hitze, konnte man nahezu unbegrenzte Mengen davon zu sich nehmen. Eine Armee, ausgerüstet mit diesem Getränk, wäre einer feindlich gesinnten Heerschar vor allem bei langen Gefechten schnell überlegen. Kolumbus bedankte sich bei den Einheimischen amerikanischen Ureinwohnern dadurch, dass er sie ermordete und ihnen ihr Land raubte, ein Geste die zu jener Zeit durchaus üblich war in der europäischen Kultur, und schiffte die Aqua Flora zurück nach Portugal. Was Kolumbus zu dieser Zeit nicht wusste, und was auch aufgrund einer gewissen Endgültigkeit in der Dankesgeste, nun von niemanden mehr zu erfahren war, brauchte die Pflanze ein alpines Klima um zu gedeihen und eine Wasserfrucht abzugeben. In den spanisch/portugiesischen Ebenen trocknete die Aqua Flora zu schnell aus, und die Wasserfrucht war am Ende eines Erntezyklus bestenfalls mit wenigen Tropfen befüllt.
Nichts desto weniger, war die hellblau schimmernde Oberfläche der Pflanze als Zierde für eine kurze, geschichtlich unbedeutende, Zeitspanne sehr beliebt. So kam es, dass spanische Händler Samen der Aqua Flora über den Pyrenäenpfad nach Mitteleuropa trugen. Der Zufall wollte es, dass diese Händler ihr Ziel nie erreichten, sondern in einem sehr schwer zu erklärenden und äußerst kompliziertem Unfallhergang, welcher stark an eine Mischung aus dem Dominoeffekt und schreckhafter Hysterie erinnert, an der höchsten Stelle des Passes den Tod fanden. Die Aqua Flora jedoch fand in dieser Umgebung optimale Lebensbedingungen, wuchs, gedeihte und vermehrte sich und liefert bis heute von den Bergen herabfließend gutes, sauberes und erfrischendes Trinkwasser.
Bis heute ist es so, dass das Wasser frischer und besser schmeckt, je höher oben man es aus einem Rinnsal birgt. Die Aqua Flora steht natürlich unter Umweltschutz, weshalb kein Einziges Exemplar je gepflückt, oder gar in einem Museum ausgestellt wurde.
Alles in allem ist die Geschichte und Physiologie der Aqua Flora gut bekannt und wird kaum noch erforscht. Jedoch ist es Wissenschaftlern in den letzten Jahren gelungen, eine neuartige Subspezies dieser Pflanze nachzuweisen: die Aqua Flora mineralis. Sie ist weit weniger verbreitet und nicht in der Lage einen spürbaren Anteil zur gewöhnlichen Trinkwasserversorgung beizutragen, wird aber von findigen Geschäftsleuten extrahiert und in Flaschen verkauft. Wer weiß, eines Tages könnte auch aus den Wasserhähnen zu Hause Mineralwasser fließen.

Januar 26th, 2008

Happy Birthday …

… Julia Roberts!!!

Oktober 28th, 2007

Zombies

Die Welt ist voll von ihnen. Es gibt sie überall: ZOMBIES!!! Wenn ich die Herrengasse entlang gehe, dann sehe ich in Wirklichkeit 80% Zombies. Natürlich!!! Sie sehen nicht aus wie im Film! Sie sind nicht blutüberströmt, ihnen hängen die Augen nicht aus dem Gesicht und sie sind auch keine halben Gerippe. Nein. Sie sehen aus wie ganz normale Menschen. Außerdem, im Gegensatz zu all den Filmen, sind sie gut. Im Prinzip sind es die Besten. Sie geben alles, wirklich alles, nur damit andere, nämlich die Nicht-Zombies, keine Zombies sind.
Warum fällt mir das auf? Weil ich selber einer bin. Ich habe auch alles gegeben, so gut ich nur kann, für einen anderen Menschen. Das Beste das diesem Menschen eingefallen ist, ist, mich einfach wegzustoßen, den Dreck meiner Hülle abzuwaschen und die letzen Spuren einer gemeinsamen Vergangenheit zu verleugnen.
Wir haben es alle schon gehört. Oder? “Du bist was ganz Besonderes!”, “Du hast mich soooo viel gelehrt!”, “Durch Dich habe ich sooo viel erfahren!”, “Deine Art und Weise zu denken hat meinen Horizont erweitert!”, “Du spielst eine ganz besondere Rolle in meinem Leben!”.
Scheißdreck!!!
Ich kenne es, und ich bin nicht der Einzige. Auch ein guter, guter Freund von mir hat gerade etwas ganz ähnliches durchlebt. Der einzig gültige Schluss ist ja wohl der: ob ich mich anstrenge oder nicht, ist im Endeffekt scheißegal. Im Moment Deiner Geburt, bist Du gebrandmarkt. Du bist ein Loser oder ein Winner. Dreck! Ich hab’ halt die Loserkarte gezogen. In den letzten zwei Monaten hab’ ich alles Verloren. Alles, was mir Freude gemacht hat, ist weg! Gone with the wind. Obwohl ich mich richtig angestrengt habe. Ich meine: WIRKLICH richtig angestrengt!!! Aber alles für’n Arsch. Tatsache ist: die Welt existiert parallel und unbeeinflusst von einem. Der sudanesische Kindsoldat denkt sich sicher auch: “Wenn ich gegen die Regierungstruppen kämpfe um einen Wagenladung voll Brot zu erobern, dann wird es sich lohnen.” Blödsinn!!! Denselben 12-jährigen Jungen siehst Du dann verblutend von 18 Projektilen getroffen am Boden liegen, und der Brotlaster fährt weiter Richtung Palast.
Es ist scheißegal: streckt die Waffen, Loser dieser Welt, und akzeptiert es! Hört auf euch zu bemühen, sie scheißen uns alle voll. Ob wir wollen oder nicht.
Zombies, überall. Heute bin ich ein Zombie, mehr denn je: Ich habe kein Leben mehr, bin aber nicht tot.

Mai 21st, 2007

Superbowl XLI

Wie jedes Jahr, ging es auch dieses Jahr wieder einmal um die Superbowl. Die 41. im Speziellen. Und wieder einmal wurde es zum Anlass genommen eine wilde Party zu organisieren, denn der ORF überträgt doch tatsächlich Superbowlspiele life. Dieses Spiel begann um 01:00 Uhr, mitten in der Nacht. Aber macht nix. Mit genügend Bier und einem spannenden Spiel lässt sich auch zu dieser Zeit noch immer alles machen.

Es haben sich also bei mir in der Lounge folgende Personen eingefunden: Marian (ich), Sebastian, Stefan L., Stefan M. und Astrid. Sebastian ist schon ein wenig früher gekommen, weil es sich so mit den Bims besser ausgeht. Also sind wir bei einem Bierchen zusammengesessen und haben die Ankunft der anderen erwartet. die sind auch der Reihe nach eingetroffen und so hat der Abend schon mal vollkommen unspektakulär gestartet. Was aber natürlich noch getan werden musste, ist die Mannschaft auszuwählen zu welcher man dann hält. Man sieht immer wieder wie wichtig das ist sich das vorher auszumachen, weil hinterher weiß es eh jeder besser …

Als waren die Rollen verteilt und das Spiel konnte beginnen. Superbowl XLI, Indianapolis Colts gegen Chicago Bears. Ich war übrigens Colts-Fan. Das Spiel begann für uns Colts furchtbar mit einem 92 Yard kick return touchdown für die Bears in nur wenigen Sekunden. Von da an war das Spiel ungemein spannend. Wir wurden immer heiterer und heiterer durch das viele Bier und unsere Begeisterung für das Spiel stieg und stieg. Irgendwann überholten die Colts die Bears und siegten zum Schluss mit 29 zu 17 Punkten.

Hurra!!!

Naja. was soll ich noch großartig erzählen: die Gesellschaft hat sich langsam aufgelöst. Nur Sebastian ist auf ein/zwei Weitere Biere geblieben, damit er die ersten Bim gleich direkt in seine Kaserne zum pünktlichen Dienstantritt nehmen konnte. Ich habe dann den ganzen Tag geschlafen.

März 19th, 2007

2007

Wieder einmal hat sich ein Jahr verabschiedet und wurde durch ein neues ersetzt. Bekanntermaßen kündigt sich der Jahreswechsel ja bereits etwa eine Woche vorher durch das sogenannte “Weihnachtsfest” an. Persönlich kann ich besagtem Fest ja nichts abgewinnen. Es handelt sich um ein eher langweiliges Ritual, welches im Endeffekt nur für Kinder wirklich spannend ist. Wenn in einer Familie also keine Kinder mehr leben, sondern sie sich durchwegs aus erwachsenen, arbeitenden Menschen rekrutiert, ist es eher eine Farce. Was es letztenendes doch Wert macht sich den Tag zu nehmen ist das Festmahl. In meinem Fall sind es sogar zwei: eines am 24. Abends, das andere am 25. Mittags. Am 25. habe ich ganz besonders zugeschlagen. Meine Oma isst nicht viel, mein Bruder ist Vegetarier (wohlgemerkt: “ist” mit einem “s”, er “isst” natürlich keine Vegetarier), so blieben 4,5 kg Truthahn für meine Mutter, meine Tante, meinen Vater und mich über. Ich glaub’ ich habe zwei Kilo davon ganz alleine gegessen.

Wie auch immer. Endlich war also dieses Weihnachtsfest auch vorbei, und die alljährliche Frage: “Was mache ich dieses Jahr zu Silvester?”, fing an immer wichtiger zu werden. Ironischerweise war es das Weihnachtsfest und die damit verbundene Tradition Geschenke zu verteilen, welches dieses Jahr die Antwort auf vorhin gestellte Frage lieferte. Meine Freundin bekam nämlich einen (tamtamtamtam) RACLETTE-GRILL!!!

Also haben wir zwei Freunde ihrerseits und zwei Freunde meinerseits eingeladen um zu einem Raclette zu kommen. Ich hätte nie gedacht dass ein Essen, welches sich im Endeffekt jeder selbst zubereitet, so viel Aufwand bedeuten kann. Zusammen mit der Tatsache dass es für Gäste immer schön aussehen soll und wir auch eine vegetarische Version anbieten wollten mussten wir:

- Wohnung putzen (mein Zimmer, Küche, Klo, Bad)

- Brot backen (das mach’ ich nämlich gern selber)

- Kartoffeln kochen

- Broccoli kochen

- Champignons dünsten

- Fleisch schneiden

- Nachspeise herstellen

- Mitternachtsbrötchen vorbereiten

- Gemüse schneiden (Tomaten, Paprika)

- Den Tisch in mein Zimmer buchsieren, decken und dekorieren

- usw.

Mann. Das hat Stunden gedauert. Zu allem Überfluss hat meine Freundin auch noch am Silvesterlauf teilgenommen und ist die ganze Distanz gelaufen (*stolz* :-) ) Aber wir sind dann mit allem ganz pünktlich fertig geworden und es war ein Festmahl sondergleichen. Anschließend haben wir die Lounge in meinem Zimmer auch noch zu gemütlich umgebaut und den feuchtfröhlichen Teil des Abends begangen, zu dem noch zwei weitere Gäste geladen waren.

Alles in allem, ich möchte hier nämlich den Abendhergang abkürzen, war es sehr lustig. Kurze Zusammenfassung: trinken, trinken, Chips essen, trinken, trinken, trinken, Mitternachtsbrötchen herrichten, trinken, anstoßen, trinken, Feuerwerk schaun, küssen, trinken, Mitternachtsbrötchen essen, trinken, trinken, trinken, Mädls beim tanzen zusehen, trinken, trinken, trinken, halb vier. Dann war ich doch schon sehr müde und wir sind zu Bett gegangen.

Ab dann war alles eher unspektakulär. Lustig ist nur, dass ich einen echten Sauhaufen nicht ansehen kann ohne ihn aufzuräumen. Ich meine, so ist es nicht, ich vertrage eine ganze Menge Sauhaufen, aber wenn so richtig die ganze Küche voll ist mit Geschirr, gebrauchten Servietten, übriggebliebenen Essensresten usw. kann ich mich nicht entspannen. Zuerst sagte meine Freundin also wir würden das am Nachmittag erledigen, ich sagte: “OK”. Dann fing ich an die Sachen wenigstens in Kategorien zusammenzuschlichten, meine Freundin fragte mich ob ich jetzt putzen wolle, ich sagte jedoch ich würde nur etwas Platz machen. So oder so, ich hab’ dann alles zusammenräumen müssen. Das hätte ich sonst nicht ausgehalten. Um eins am Nachmittag war alles wieder schön, dann gab es Pizza. War ein echt cooles Silvesterfest dieses Jahr. Aber jetzt ist der ganze Dreck Gott sei Dank vorbei!

Januar 2nd, 2007

The Miracle

Letzter Sonntag war der 10.12.2006. Für manche Menschen war es ein Arbeitstag, für manche der einzige freie Tag der Woche. Manche Menschen verbrachten ihren Sonntag, nicht wissend was zu tun, vor dem Fernseher, andere gingen in der Früh joggen um den letzten Alkohol aus Ihren Poren zu schwitzen, bevor sie, natürlich nach einer ausgiebigen Dusche, mit Familie oder Freunden oder mit Freunden und Familie in einer nahegelegenen Pizzeria zu Mittag aßen.

Für eine kleine Gruppe an Menschen jedoch war dieser Tag etwas ganz besonderes. Denn während andere trällernd vor sich hin ihren Lebensabend um weitere Stunden vorzogen, war die Kampfmannschaft des Eishockeyteams Transistor Josifgrad im vollen Einsatz in der Eishalle Traisenpark in St. Pölten tätig, um den einen oder anderen Platz in der Tabelle der knallharten Centimeter Hockey Leage gutzumachen. Zwei Spiele hatten wir an diesem Tag. Eines um 13:10 Uhr, gegen den EC Wolfersberg, und eines um 16:20 Uhr, gegen die Sharks.

Das Wolfersberg-spiel ging Schlag auf Schlag. Kaum gingen die Wolfersberger in Führung, glichen wir aus. Am Ende der ersten Hälfte stand es 3:2 für Wolfersberg. Die zweite Hälfte war dann weniger gut. Im Endeffekt gewann der EC Wolfersberg 5:2. Aber egal. Nun hieß es: erholen.

Dann ging das Spiel gegen die Sharks los. Transistor war nun gut organisiert und konnte den Überblick bewahren. Schon bald gingen wir 2:0 in Führung. Anfang der zweiten Hälfte schafften die Sharks dennoch den Ausgleich, bis unsere absolute Wahnsinns-Angriffslinie das 3:2 schoss. Nun hieß es den Vorsprung ausbauen, oder noch 15 Minuten halten. Und wir haben gehalten.

3:2 für Transistor Josifgrad!!! Ich habe eine solch ausgelassene Stimmung beim feiern noch nie erlebt. Wir hatten das Glück, das letzte Spiel gehabt zu haben. Also musste nach uns niemand aufs Eis. Wir konnten unserer Stimmung also haufenweise Luft machen. Ich bin sehr stolz auf unser Team, insbesondere meinem Bruder, der sich durch sein Tor einen Lebenstraum erfüllt hat. Es mögen noch viele, viele folgen.

Auch mit meiner persönlichen Leistung bin ich, was das Sharks-spiel betrifft, sehr zufrieden. Ich habe gut den Überblick behalten und dem gegnerischen 81er auch jedes Mal abfangen können. Der war nämlich urflink und wahnsinnig gut.

Wie auch immer, seit Sonntag habe ich Schnupfen und Halsweh usw. und kann mich kaum bewegen. Wenigstens sind die Schmerzen schon etwas gewandert: Vom Schinkenbereich in den Oberschenkelbereich.

Dezember 12th, 2006

Baile Átha Cliath (Oh Danny boy …)

Es gibt Leute auf dem Planeten die sooooo unglaublich dumm sind, dass es schier unmöglich scheint einen passenden Ausdruck zu finden oder Vergleich anzuführen. Einer meiner Vorschläge für diese Personenriege wäre ja “Marian”. Diese Ähnlichkeit mit meinem Namen ist KEIN Zufall und war auch VÖLLIG beabsichtigt.

Ich war nämlich mit Stefan in Dublin. Das liegt in der Republik Irland. Zu diesem Zweck mussten natürlich Tickets gekauft werden. Eine Aufgabe welche ich nur zu gern übernahm. Gesagt getan: Graz - Stansted am Dienstag, Abflug um 1445 und Ankunft um 1550, Stansted - Dublin am Dienstag, Abflug um 1835 und Ankunft um 1950. Klingt ja alles in Ordnung. Aber: Dublin - Stansted am Samstag, Abflug um 1255, Ankunft um 1410, Stansted - Graz am Samstag, Abflug um 1120, Ankunft um 1425. Naja. man braucht kein Monk zu sein um zu wissen das, wenn man um 1410 ankommt man den Anschlussflug um 1120 wohl bestenfalls noch knapp erwischt. Eine viel zu späte Erkenntnis die mich im Endeffekt fast 300 EUR gekostet hat. Dublin - Stansted am Samstag, Abflug um 0810, Ankunft um 0925. Da hab ich wohl einen waschechten Marian gebaut.

Wie auch immer: die Hinreise verlief ja sehr erfolgreich. Außer das der Flughafen Stansted mit den Sicherheitskontrollen nicht und nicht fertig geworden ist. Da stehen mindestens 12 Security Booths, und zwei oder so waren offen. Die Schlage war sicher schon 200 Meter lang und hatte mindestens 18 Kurven. Stefan und ich hatten glück, weil als wir hingekommen sind ist gerade ein weiterer Booth geöffnet worden. Hat trotzdem ewig gedauert. Aber zum Ausgleich sind wir auch wie Verbrecher behandelt worden.

In Dublin angekommen, lief ja echt alles wie am Schnürchen. Wir haben bei der Tourist Information sofort den Weg zu unserer Herberge beschrieben bekommen und konnten auch problemlos hinfinden. Abgesehen davon das der Weg von der Rezeption zum Zimmer sicher so lang und gefinkelt war wie die Formel 1 Strecke in Imola, war alles perfekt. An jenem Abend haben wir in der Temple Bar noch ein paar Biere getrunken und sind recht früh schlafen gegangen, weil wir vorhatten am nächsten Tag mit einem Leihauto nach Belfast, das liegt in Nordirland, zu fahren.

Beim suchen der Verleihstelle haben wir uns zwar verlaufen, aber der tolle rechtsgesteuerte Ford Fiesta den wir dort bekommen haben war Belohnung genug. Auf nach Belfast. An dieses Linksverkehr-Ding gewöhnt man sich ja im Endeffekt eh recht schnell. Aber ich bin immer zu weit nach links gefahren. Gott sei Dank hatte ich Stefan der immer rechtzeitig gebrüllt hat. Dann sind wir also in Belfast angekommen. Was wir uns erwartet hatten, war eine Stadt voll der Zerstörung wo eingeschüchterte Zivilisten rasch und geduckt von einem Torbogen eines Zerbombten Hauses in den anderen rannten bis sie die schützenden Wände des heimatlichen Bunkers erreicht hatten. Alles Blödsinn. Ist ein sehr nettes Städtchen. Muss man wirklich sagen. Nur die extreme Panzerung und Vergitterung der Polizeiautos ließ auf ehemalige Terrorprobleme schließen. Dort waren wir dann wenige Stunden und sind anschließend wieder zurückgefahren. In Dublin dann wieder ein paar Biere und ab nach Hause.

Am Donnerstag war dann Kultur angesagt. Dublin anschauen, Bilder machen, Kaffee trinken, spazieren. Danach wieder zurück in die Herberge, erholen, Charmed auf Englisch schauen usw. Aber ein Geniestreich war dabei: Wir haben online eingecheckt!!! Das hat und dann am Samstag echt viel erleichtert. Aber das ist ein anderer Absatz und soll weiter hinten erzählt werden. In der Nacht, jedenfalls, waren Stefan und ich soooooooo betrunken, das die Hälfte wahrscheinlich locker ausgereicht hätte. Aber die Stimmung war gewaltig. Auf der Heimfahrt von Belfast standen wir im Stau. Aber das war nicht irgendein Stau, NEIN, es war der RYDER CUP Stau.

Der Ryder Cup! Ein Golfturnier bei dem die besten Golfer Europas gegen die besten Golfer der USA antreten. Wir haben ihnen in den Arsch getreten, den Amis. Oh, ja!!! Wir sind voll in die Stimmung eingetaucht und haben uns prächtig amüsiert. Golf scheint in Irland ein Nationalsport zu sein. War echt geil.

Am Freitag war dann erst mal lang schlafen angesagt. Anschließend folgte der obligatorische Besuch der Guinness Brauerei, wo Stefan und ich ein T-Shirt für Geri gekauft haben, weil der uns das Auto für die Belfastfahrerei gecheckt hat. Nun wussten wir: wir müssen bereits um 1600 zum trinken anfangen, weil wir am nächsten Tag echt früh aufstehen müssen um unser Flugzeug zu erwischen. Mit unserer ganzen Ryder Cup Hysterie wurde auch dieser Nachmittag/Abend wieder zum ausgelassenen Fest und der Heimfahrt stand nix mehr im Weg.

Samstag. Toll aufgestanden. Perfekt alles zusammengerichtet, leicht rechtzeitig am Flughafen. Bereits eingecheckt. Die Securitykontrollen waren in Dublin kein Problem. Flugzeug verspätet. An sich egal, aber wir hatten ja in Stansted keine Zeit, also sind wir wohl ein bisserl nervös geworden. Als der Pilot dann in Stansted wegen Nebels nicht landen konnte, wurde es echt knapp. Und dann auch noch die furchtbare Securitykontrolle!!! Am Schluss war es so, dass wir am Gate waren und die Zeit bis zum boarden nicht ausreichte mir noch ein Sandwich zu kaufen. Aber durch das Online-Einchecken durften wir auch hier, wie schon zuvor in Dublin, als erste ins Flugzeug. Direkt neben dem Notausgang hieß es: Beinfrei, zurücklehnen, Flug genießen. Ab dann war alles klar.

In Graz angekommen sind wir dann quasi Volley zu Geris Party gegangen. Aber ab dann weiß ich nix mehr. 

Oktober 24th, 2006

Der Weg ist das Ziel

Wie viele meiner Bekannten und alle meiner Freunde wissen, bin ich ein sehr sportbegeisterter Mensch. Jaja, insbesondere in Kombination mit Michi, meinem WG Kameraden, bin ich ein total Wahnsinniger. So begab es sich in jenen Tagen, nämlich 2./3. und 4. September, das Michael, Stefan und ich aufbrachen um die Strecke Graz-Vökermarkt zu Fuß und weitestgehend autark zu bewältigen. Das bedeutete im Speziellen:

- Viel Nahrung mitnehmen

- Viel Wasser mitnehmen

- Ausreichend Kleidung mitnehmen

- Regengerechte Kleidung mitnehmen

- Zelt mitnehmen

- Wild Campieren

Man kann sich also vorstellen dass unsere Rücksäcke gut und gerne an die 25kg auf die Waage brachten. Obschon der erste Schock beim überziehen eben genannter Rucksäcke am Samstagmorgen katastrophal war, waren wir trotzdem frohen Mutes unsere Wanderung zu beginnen. Die Route war klar: Startend von Unterpremstätten über Ligist und St. Oswald hinauf auf den Gipfel der Koralm, wieder hinunter nach St. Andrä und weiter über Brenner und Griffner bis nach Völkermarkt. So weit so gut. Bis nach Ligist hat der Plan auch wirklich toll funktioniert. Etwa eine Stunde später fiel unser erster Kamerad: Stefan! Er hatte sich bereits so schwere Blasen zugezogen das er auch beim besten Willen nicht mehr in der Lage war unserer Tour zu folgen. Auf Händen und Knien hat er sich schwerst verletzt wieder nach Ligist zurückgekämpft und wurde dort von seinem Bruder abgeholt, nach Graz gebracht, mit schmerzstillenden Mitteln, Bier und frischer Nahrung versorgt und hat sich dann vor den Fernseher geworfen.

Wir, Michi und ich, waren also mitten in der Pampa. Wiesen und Wälder soweit das Auge reichte, und aus der Mitte entsprang ein Wanderweg. Diesen zu folgen war nur durch die gewaltige und zugleich ungewohnt schwere Last auf unseren Schultern erschwert, ansonsten war es ein guter Wanderweg. Immer wieder gab es Gelegenheit zur Pause, und auch unsere Wasserflaschen konnten wir regelmäßig auffüllen. Das änderte sich so ab 1500 Uhr des ersten Tages. Der Wald wurde dichter, die Wege wurden schmäler, der Boden wurzeliger. Wir wussten das auch das aufstellen des Zelts und das versorgen der Ausrüstung seine Zeit brauchte, und so wurde uns klar, das selbst wenn wir bis 1900 Uhr durchmarschierten, das erreichen des Primärzieles St. Oswald unmöglich war. Wir mussten uns also langsam aber sicher nach einem geeigneten Platz zum campieren umsehen. Als wir dann endgültig nicht mehr wussten wo wir waren, fanden wir eine kleine Lichtung nahe einer ebenso kleinen Forststrasse, wo wir unser Zelt aufstellten, jausnetten, die Ausrüstung versorgten und mehr oder weniger schlagartig in die Isomatte fielen und bis Morgens um 0700 Uhr durchschliefen.

Der zweite Tag begann ernüchternd. Es war kalt, wir wussten nicht wo wir waren und die einzige logische Richtung weiterzugehen war bergauf. Wir wurden immer verzweifelter und hatten kauf noch Kraft unsere Emotionen im Griff zu behalten. Da kamen wir an eine Kreuzung von vier oder fünf Wanderwegen, und jeder war beschriftet. Aufgrund dieser einmaligen Konstellation war es uns möglich unsere Position auf der Karte auszumachen. Juhuu!!! Wir waren gerettet!!! OK, wir waren elendiglich weit von unserer Route abgekommen und obwohl wir genug Kilometer zurückgelegt hatten waren wir überhaupt nicht dort wo wir hinwollten, aber wir sind ja flexibel. Wir änderten die Route über die südliche Weinebene nach Frantschach. Unterwegs füllten wir unsere Wasserflaschen an einem frischen Gebirgsbach, wo ich wohl das beste Wasser trank welches jemals meine Kehle hinabfloss, und ergötzten uns an der wunderschönen Vielfalt der Natur. Ernsthaft: tolle Wanderstrecke dort. Der höchste Punkt war der Bärnofen, und von dort runter haben wir uns gleich wieder verirrt. Allerdings konnten wir mit Hilfe der Karte eine Querfeldeinrichtung definieren auf der wir wieder auf den richtigen Weg kommen sollten. Einige Nadelstiche, Aufschürfungen und Beinaheumknicksungen später waren wir dann tatsächlich am Weg angekommen und es konnte weitergehen. Und von dort an ging es bergab. Bis nach Frantschach. Kilometer um Kilometer nur bergab. Unsere Füße haben gebrannt wie das Loderfeuer der Hölle und es ging noch immer weiter. 25kg Marschgepäck presste sich mit jedem Schritt in unsere Knie, aber wir haben durchgehalten. Bis nach Frantschach und auch weiter zu der Peripherie Wolfsbergs. Dann war es wieder Zeit einen Zeltplatz zu finden, und dort gab es einen Art Veranstaltungsgrund. Nachdem also weiter nichts los und der Grund etwas abseits war, haben wir dort unser Zelt aufgeschlagen. Es blieb diesmal auch eine Stunde zum aktiven erholen übrig, aber ab 2030 Uhr: Isomatte, durchschlafen bis 0630.

Der dritte Tag war zwar sehr anstrengend aufgrund der Tatsache das wir schon völlig erschöpft waren, die Strecke jedoch, nämlich durch Wolfsberg hindurch und der Lavant entlang bis nach St. Andrä, war durchwegs eben. Das einzige Problem war, das uns das Wasser ausgegangen ist und wir in Wolfsberg bei einer Bäckerei nur eine Feldflasche voll abschnorren konnten. Mann, noch nie in meinem Leben, außer einmal bei einer 42 stündigen Gefechtssimulation beim Militär, war ich soooooo durstig. Und auch das Essen ist ausgegangen. Aber wir waren dann doch schneller als erwartet angekommen in St. Andrä und konnten uns dort bei einem Billa mit allem nötigen eindecken. Dann war es soweit: hinauf auf den Brenner (ab jetzt als der “Schweinsberg” bekannt) und hinunter von Brenner. Uh-Oh. Die Füße begannen wieder zu brennen. Hinauf auf den Griffner, hinunter von Griffner. Ich konnte kaum mehr gehen. Michi ging’s nicht besser, und doch musste er eine Abkürzung gehen welche meine Füße endgültig ruinierte. Unter plagenden Schmerzen sind wir in Griffen angekommen und lagerten unsere Füße hoch indem wir rückenüber am Hauptplatz lagen.

Sich jetzt abholen zu lassen wäre keine Schande. Unterpremstätten - Griffen in drei Tagen ist eine gute Zeit und eine harte Tour. Nix da!!! Es sind neun Kilometer bis nach Völkermarkt und wir sind sie marschiert. Wir sind sie zwar marschiert wie im Stau: dreißig Meter weiter, eine Minute warten, und haben uns unmittelbar vor Völkermarkt in einem kleinen bewaldeten Stück Land auch noch beinahe Verlaufen (keine Ahnung wie uns das gelungen ist), aber wir waren angekommen. Das erste Bad ließ einen Rückstand aus Wald und Getier zurück der sich offensichtlich NICHT gewaschen hatte. Aber dann gab’s Schnitzel beim Mochoritsch. Ich werde dieses Schnitzel nie vergessen…

Oktober 24th, 2006

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